San Pablo
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- Erwachsenenbildung
- Partner vor Ort
- Häuserbau
- Schneiderei
- Nothilfe
- Projekte:
Wohnen in einem Verschlag aus Bambusstecken dicht am Abgrund
Da diese neue Sparte für die Betreuung aus der Ferne einen recht hohen Aufwand bedeutet, hat die GV’07 beschlossen, die Projekte «Hausbau» und «Kaffee» organisatorisch vom Projekt Schul– und Bildungszentrum zu trennen. Da die Kaffeebauern sich jedoch bis zur GV’08 für ihre Belange nicht einigen konnten, wurde das Projekt «Kaffee» auf Beschluss der GV’08 sistiert.
Die GV’09 hat am 8. Mai 2009 darüber beraten, in welcher Form das Projekt «Vivienda Humana» organisatorisch weiter geführt werden solle.
…und so kam es heraus:
Die Projekte «Häuserbau» und «Kaffee» wurden von der GV zunächst in eine spezielle Subkommission ausgelagert, in der Folge jedoch wurde das Projekt «Kaffee» wegen mangelndem Engagement der Kaffeebauern nicht weiter verfolgt und das Projekt «Häuserbau» wegen des rapide schwindenden Vereinsvermögens sistiert.
Nach Ansicht des Projektleiters Oscar Mendez besteht allerdings auch für das Jahr 2011 und darüber hinaus dringender Bedarf nach dem Bau menschenwürdiger Behausungen. Er meldet im Dezember 2010, er wisse konkret von drei Familien, die «en quarto de làmina» lebten, also «in einem Blechzimmer». Der Finanzbedarf, diesen Familien ein Haus zu bauen, liegt bei Q 135’000, was Ende Juni 2011 CHF 14’738 entspricht, pro Haus somit nicht ganz CHF 5000.
Auch wenn dieser Preis unglaublich tief ist, liegt er dennoch zur Zeit weit ausserhalb unserer Möglichkeiten. Es bräuchte jemanden mit einem grossen Portemonnaie und einem ganz grossen Herz!
Spenden nimmt der Kassier jederzeit gern entgegen.
(Kommentar Webmaster)
Direkt zum Thema «Atitlansee 2011/2012»
Häuserbau «Vivienda Humana»
in Xela und San Pablo
1997 Anstoss und Anfang
1997 gründet und entwickelt Beat Schneider (vom Verein «Guatemala–Zentralamerika» in Küsnacht ZH) das Projekt «Wohnungsbau» in Xela (es heisst mittlerweile «Vivienda Humana», Menschenwürdiges Wohnen).
Damit soll Familien, die mit ihren Kindern im Proyecto integriert sind, ermöglicht werden, in gemeinsamer und gegenseitiger Selbsthilfe ihre Wohnsituation zu verbessern.
Den beteiligten Familien wird ein zinsloses Darlehen gewährt, mit dem der Bau eines einfachen Hauses ermöglicht wird (zwei Schlafzimmer, ein Wohnzimmer, Küche und Bad). Das Darlehen wird nach eigenen Vorschlägen zu 80% zurückgezahlt.
Voraussetzungen für die Teilnahme an diesem Projekt:
- Besitz eigenen Landes
- Verpflichtung und Bereitschaft zum Frondienst beim Bau der weiteren Häuser in einer solchen «Bau-Runde»
- intakte Familienverhältnisse und
- geregeltes Einkommen.
Die Kosten für ein solches Haus belaufen sich zu dieser Zeit auf etwa CHF 3'500.
Nach kurzer Zeit kann Beat Schneider die lokale Organisation (Abklärungen der Voraussetzungen, Bauleitung und Abrechnungen) an Alexa Ochoa, Leiterin beim PEILE, abgeben. Dieser Unterstützungsbereich in Xela wird auch nach Beat Schneiders frühem Tod am 10. Oktober 2007 vom Verein Guatemala–Zentralamerika betreut.
2004
Matthias Kutter stellt in einem Rundbrief an alle Mitglieder das Projekt des Häuserbaus in San Pablo vor.
2005
Das erste Haus im Projekt «Vivienda Humana» (Menschenwürdiges Heim) kann bezogen werden.
«Immer noch sind die Wohnverhältnisse bei diesen Familien äusserst dürftig, aber doch immerhin etwas gesicherter als ehemals.» schreibt Matthias Kutter.
2006
Die 2004 von Matthias aufgenommene Idee wird von den Mitgliedern sehr begrüsst, und in der Folge werden in San Pablo pro Jahr 6 einfache Häuser gebaut. 2005 bis Ende 2007 bedeutet das 18 Häuser, zuerst aus Adobe (getrockneten Lehmziegeln), und nach dem Hurrikan «Stan», der die Lehmgrube zerstörte, aus Beton–Hohlsteinen: eine Erfolgs-Story!
Bilderalbum von den Bauten bis 2008
Bei dieser Baugruppe wurde nun auch zum ersten Mal die von Matthias seit langem «gepredigte» tiefere Veranda realisiert, wie aus den Bildern im Album gut zu ersehen ist.
Wiederum auf Anregung von Matthias Kutter baut der Verein «XELA Guatemala» nach San Pablo erstmals auch in Xela Häuser. Es soll eine Hilfe werden zur Überwindung der Schäden, die im Winter 2005/2006 das Unwetter «Stan» vielerorts in Guatemala angerichtet hat. Er unterstützt dabei Familien ohne eigenen Boden dabei, ein eigenes Grundstück zu erwerben, und ermöglicht ihnen den Bau eines einfachen Hauses mit zwei Räumen. Mehr dazu im Jahresbericht 2006.
2007
Matthias und Vérène Kutter informieren per E-Mail wie folgt über diese Nothilfe in Xela:
Sehr geehrte Damen und Herren,
Vor einem Jahr haben wir Sie informiert, dass das Land für den Wiederaufbau der Häuser Ihrer Patenkinder gekauft wurde. Nun ist die Baubewilligung in Sicht, und das Ziel ist, im Juni mit dem Bau zu beginnen. Das Geld konnten wir senden.
Beiliegend sende ich Ihnen die Pläne und einige Information von Matthias zu Ihrer Information.
Wir werden Sie auf dem Laufenden halten über das Weitere.
Liebe Grüsse und herzlich Dank für alle Unterstützung.
Matthias und Verene Kutter
Im Anhang dieser E-Mail sandten Vérène und Matthias einen Baubeschrieb, damit sich die Spender und Spenderinnen die neuen Häuser realistisch vorstellen können:
4 Reihenhäuser in XELA für Familien, die beim «Stan» ihre Häuser verloren haben. – Kleiner Beschrieb zum Projekt v. M.Kutter
Die Häuser sind auf dem bereits erworbenen Landstück projektiert. Das Landstück ist praktisch eben, und es bedeutet keine Schwierigkeit, auf dem Grundstück gerade vier Häuser zu erstellen. Diese sind in einer Reihe angeordnet, zusammengebaut. Das ermöglicht wesentliche Einsparungen in der Konstruktion und an Wänden. Das Grundstück ist auch gerade mal so breit, dass vier Häuser erstellt werden können, alle gleich gross, damit auch die Innenräume – 3 Räume – gute Masse erhalten, in den beiden Schlafzimmern so lang, dass gerade zwei Betten hintereinander gestellt werden können und im grossen Raum das Wohnen und das Schlafen für die Eltern Platz finden. Die Küche kann allenfalls unter dem Vordach/Pergola angeordnet werden.Dieses Vordach macht guten Sinn für das Leben draussen, am Schatten, auch bei Regen. Dieses Vordach ist zudem wertvolles, architektonisches Element der guatemaltekischen Bauweise (siehe Nachbarhäuser !). Davor liegt ein kleiner Garten, der sehr gut für die Selbstversorgung der Familien dienen kann. Ebenso ist der kleine Vorgarten vor den Häusern gegen die zukünftige Strasse gedacht, für ein oder zwei gute Fruchtbäume und als kleine Abstellfläche für den Zugang vor den Häusern.
Die Häuser sind gedacht als eingeschossige Bauten aus Zementblocksteinen und Wellblechdach auf einfachem Holztragwerk. Eine allfällige Dachisolation wäre sehr sinnvoll gegen Kälte und Hitze. Damit ergibt sich eine Untersichtsverschalung in Holz. Auf alle Fälle werden wir strikte verlangen, dass die Dacheindeckung (Wellblech oder Welleternit) auf die Unterkonstruktion fest verschraubt oder verankert wird – gegen Sturmschäden. Die Beton-Riegel-Konstruktion soll nach den landesüblichen Regeln ausgeführt werden: Betonriegel als Fundament, Betonriegel auf Höhe Fenster, Betonriegel über Türen und am Dachkranz. Das Holzgebälk mit Zangen im First und fest auf Betonriegel am Dachkranz befestigt – mit Schrauben oder umgebogenen Betoneisen. Zudem ist an den Dachsimsen ein «canale» vorzusehen und das Dachwasser ist eindeutig mit Rohren abzuleiten – nicht nur Gräben.
Die «baños» sind beieinander angeordnet, um die Fäkaliengrube gemeinsam anordnen zu können. Sie sind allenfalls noch weiter weg von den Häusern vorzusehen.
Die Häuser sollen einen festen Boden, mindestens einen Betonboden erhalten, möglichst aber einen Plattenboden auf Betonunterlage. Die Wände bleiben roh, können aber von den Eigentümern selbst verputzt werden.
Die Häuser sind so einfach wie nur möglich konstruiert, diese Art zu bauen hat sich aber in Xela bewährt und es ist im Detail auf diese Konstruktionen sehr Rücksicht zu nehmen.
Auch bei diesem Häuserbau sollen die Familienmitglieder mithelfen und die Handlangerarbeiten selber ausführen. Der Baufachmann in Xela ist vor kurzem gestorben. Für die Bauaufsicht und die Bauplatzorganisation muss Alexa oder Alirio eine Nachfolge suchen. Baubeginn soll nach deren Ansicht im Juni 07 sein. Die Projektpläne sind in genügender Anzahl bei diesen eingetroffen.
St.Gallen, 29.5.07
Bis Frühling '08 kann das Projekt Schritt um Schritt realisiert werden. Die vier Häuser sind bewohnt, und bei einem Besuch im Februar 2009 äussern sich die Familien sehr zufrieden mit ihrer jetzigen Wohnsituation. Einzig die noch fehlende Unterschrift eines in den USA lebenden Nachbarn verunmöglicht noch das Verlegen der letzten Stromleitungen.
Bilderalbum von diesem Bauprojekt
2008
Anlässlich der Mitgliederreise vom Frühjahr 2008 kann Oscar der Gruppe zwei Häuser vorstellen, die innert 3–4 Monaten erstellt wurden, unter Leitung von Francesco, dem ehem. Vorarbeiter beim Schulhausbau, der jeweils sein Fachwissen an die mitarbeitenden Väter und älteren Söhne der Familien weitergibt. Damit erhalten diese auch wiederum bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Es hat sich bewährt, dass Oscar nur noch mit Zweiergruppen arbeitet, d.h. es sind zwei Familien beteiligt, die einander helfen. Für grössere Gruppen reicht der Solidaritäts–«Schnauf» gemäss Erfahrung nicht.
Bilderalbum von diesen Häusern
Aktuell – Aktuell – Aktuell – Aktuell – Aktuell – Aktuell – Aktuell
Samstag, 22. Oktober 2011
Der Projektverantwortliche in San Pablo la Laguna, Oscar Mendez, schickt uns folgenden erschütternden Lagebericht:
Geschätzte Freunde
Hoffentlich habt ihr in der Schweiz Freude und Sonne.
In Guatemala haben wir die Sonne seit 10 Tagen nicht mehr gesehen. Seit dem 11.10.11 haben wir jeden Tag Regen, die Nässe ist extrem, die Erde nimmt nichts mehr auf.
Der Klimawandel ist die Quittung für die Vernachlässigung der Natur, für die Zerstörung der Berge, um Mais anzupflanzen, aber auch die Zerstörung von gigantischen Waldflächen im Peten, um Erdöl zu fördern, die Ausbeutung von Bodenschätzen wie Gold, Nickel, Kobalt und anderen; Tagbauminen auf guatemaltekischem Boden verschmutzen die Luft und das Wasser und zerstören das Ökosystem, dank den Gringos (Ausländern, vor allem sind hier die Amerikaner gemeint) und aussätzigen (auswärtigen) guatemaltekischen Verkäufern des Vaterlandes.
Der Wasserspiegel des Atitlansees steigt stetig, in den letzten 5 Jahren zwischen 2,5 und 3m, bereits stehen viele am Ufer gebaute Häuser in San Juan La Laguna, San Pedro, San Marcos und anderen Orten unter Wasser. Bei uns steht das Wasser vor der Türe des Grundstücks unseres Hauses, es scheint, als ob das Wasser teilweise aus dem Garten kommt. Das ganze Ufer des Sees ist erodiert, viele Bauern haben ihr Land verloren.
Wir haben einen Schutzwall aus Steinen gebaut, vor dem Schulhaus bis zum Seeufer, aber das war nicht genug, weil der Seespiegel immer schneller steigt, der Bau von Mauern hinter dem Haus war eine exzellente Idee, weil wir mögliche Murgänge und grosse Probleme verhindern; dieses Wochenende haben wir den neuen Stacheldrahtzaun vor dem Garten installiert, weil wir einen Teil unseres Grundstückes öffentlich zugänglich machen müssen, damit die Leute am See entlang gehen können.
Gemäss unseren Vorfahren dauert der natürliche Kreislauf vom Ansteigen und Senken des Seepegelstandes zwischen 40 und 50 Jahre, falls diese Prophezeiung stimmt, wird die Schule in fünf bis zehn Jahren unter Wasser stehen.
Für Guatemala werden die kommenden Monate oder das kommende Jahr extrem schwierig werden, weil die Wirtschaft am Boden liegt, die öffentliche Infrastruktur zerstört ist und die Regierung kein Geld hat (weil hohe Funktionäre und grosse Unternehmer es gestohlen haben). Grundnahrungsmittel–Getreide für die Nahrungsmittelproduktion ist verloren gegangen, die Preise für Nahrungsmittel und öffentliche Dienste sind hoch, es gibt wenig Hoffnung.
Wir beenden dieses tropische Tiefdruckgebiet mit dem Namen 12E mit 35 oder mehr Toten, 150'000 Verletzten, zerstörten Häusern und viel Leid und Schmerzen. In San Pablo haben wir keine Toten oder Zerstörung.
Un grande abrazo y cariño,
oscar
(übersetzt von Caroline Rey, Zürich, 23.10.2011)
Was tun? Wie helfen?
Der Vereinsvorstand berät so schnell als möglich, wie und wo bauliche Massnahmen etwas bewirken können, und wie dieser Bedrohung sonst noch begegnet werden kann. Die Finanzen unseres Vereins sind in den letzten Jahren geschrumpft, die Patenschaftsbeiträge als «eiserner Kern» sind für die Sicherung der Schulbildung der indigenen Kinder reserviert.
Wir rufen deshalb alle Freunde des Schul– und Bildungszentrums San Pablo eindringlich auf und bitten um eine ad–hoc–Spende, um das Gelände der Schule und womöglich gefährdete Wohnhäuser unserer indigenen Freunde in San Pablo mit baulichen Massnahmen schützen zu können.
Bank–Einzahlungen an:
Raiffeisenbank St. Gallen
Banken-Clearing-Nr. 80005
(Postfinance: 90-788788-7)
IBAN CH79 8000 5000 0503 1752 1
(bitte womöglich nicht am Schalter bar einzahlen, denn das verursacht bei uns als Empfänger Kosten - Danke)
